In der Gruppenausstellung “Figuratum durch Abstractum II“ zeigen wir Kunstwerke von drei Künstlern: Ute Anna Thiess, SPONK (Dan Geffert) und Janne Peltokangas. Die Hamburgerin, Ute Anna Thiess, verbindet abstrakte und figurative Kunst, indem sie Figuren in das Zentrum Ihrer Werke positioniert, SPONK verwendet seine selbstentwickelte Maschine, um abstrakte Kunst zu schaffen und Peltokangas objektiviert abstrakte Kunst in seinen geschmiedeten Skulpturen.

Das abstrakte Genre hat im engeren Sinne weder ein Thema noch ein Objekt. Bisher war abstrakt kein Teil der klassischen Hierarchie von Genres, die im 17. Jahrhundert in der europäischen Kultur entwickelt wurden. Aber als die Freiheit des Ausdrucks der Kunst vom Ende des 19. bis zum 20. Jahrhundert und dann bis ins 21. Jahrhundert begann, blühte die abstrakte Kunst auf. Im 20. Jahrhundert lehnte die abstrakte Kunst die mimetische Herangehensweise an die Kunst ab. Auf der anderen Seite begegnen wir figurativer Kunst. Seit dem Zustrom der abstrakten Kunst bezieht sich die figurative Kunst auf jede Form von Kunst, die starke Bezüge zur realen Welt aufweist. Aber wie bei allen anderen Phänomenen ist es vernünftig, an ein Kontinuum zu denken, in dem wir an einem Ende reinen Abstraktionismus und am anderen Ende reine realistische Kunst haben. Dazwischen können zahlreiche Formen entstehen. Wir sollten jedoch bedenken, dass von frühen Ausdrucksformen des Menschen an den Wänden von Höhlen einige Elemente des Abstraktionismus am Werk waren.

 

Ute Anna Thiess

„Malen nimmt mich mit auf eine Reise in innere Welten. Dabei erreichen verborgene Seelenbilder eine Art Bewusstsein und eine Bildwirklichkeit, die sichtbar und unsichtbar miteinander verbunden sind.“

Ute Anna Thiess stellt die „Figur in den Mittelpunkt“. Die Faszination der abstrakten Figur als ein Designobjekt mit seiner vielseitigen Ausdruckskraft steht im Zentrum ihrer großformatigen Acrylbilder. Durch die Überlagerung verschiedener Farbschichten, teils pastoser Farben, teils transparent und durch den Einsatz anderer Techniken entstehen differenzierte Effekte, die aus Farbnuancen zu einem Spannungsfeld einer zusammenhängenden Bildkomposition werden.

Eine kombinierte Form von abstrakt-figurativer Kunst ist in ihren Werken deutlich zu erkennen.

 

SPONK (Dan Geffert)

„Ich male Hand in Hand mit der Natur. Meinen Schaffensprozess kann man mit einem Orchester vergleichen, wobei ich die Rolle des Dirigenten übernehme und die Farben die Rolle der einzelnen Instrumente übernehmen.“

Die entstehenden riesigen Farblandschaften nehmen Sie mit auf eine spektakuläre Reise in endlich komplexe Welten voller visueller Reize, Assoziationen und geheimnisvoller amorpher Strukturen.

„Die Betrachtung von Vivid Liquids“: Farblandschaften sind wie ein Spiegel, der in seiner Serie „Vivid Liquids – Symmetrien“ die individuellen Gedanken und Erinnerungen des Betrachters widerspiegelt; SPONK geht sogar noch einen Schritt weiter, indem ausgewählte Bildelemente gezielt reflektiert werden. SPONK entlockt den amorphen Strukturen seiner Farblandschaften eine lebendige Ästhetik, die bisher nur die Evolution in der Natur hervorrufen konnte.

„Vivid Liquids: Das elementare Verhalten fließender Farben“ ist eine experimentelle Form der abstrakten Kunst. Hier erforscht der 30-jährige Künstler SPONK die Ästhetik des zufälligen Verhaltens von Farben und Flüssigkeiten. SPONK verwendet verschiedene Methoden, um flüssige Substanzen auf speziell entwickelten „Trägern“ zu atemberaubenden Phänomenen werden zu lassen. Jene Phänomene sind manchmal nur flüchtig wahrzunehmen, daher hat SPONK eine selbstentwickelte „Ernst-Haeckel-Maschine“ gebaut, die in Form von Videos und Fotocollagen besondere Momentaufnahmen dokumentieren kann.

 

Janne Peltokangas (Finnland)

Der Künstler verbindet sein Wissen als traditioneller Schmied mit seinem Hintergrund als in Lappland aufgewachsener Sami. Er forscht nach dem spirituellen Glaubenssystem der Sami in Bezug auf Objekte in der Natur. Dabei stößt Peltokangas auf interessante Fragen, ob ein handgefertigtes Objekt eine Art Seele besitzt, und ob ein Objekt in der Lage ist, dies auszudrücken. Peltokangas erkundet intuitiv Formen der Komplexität durch traditionelle Schmiedetechniken.

In den letzten zehn Jahren hat Peltokangas als Künstler in ganz Europa und Nordamerika gearbeitet. Seine Kunst hat er zusammen mit Eva Hild, Clay Ketter und Rick Smith ausgestellt. Peltokangas Arbeiten wurden in internationalen Kunstmuseen, Galerien und Biennalen gezeigt.

Derzeit lebt der Künstler im finnischen Lappland auf seinem Familienbetrieb. Dort arbeitet er in einer seit Generationen vererbten Schmiede zusammen mit dem uralten Wissen des Schmiedens. Die Schmiede und die Farm befinden sich auf einer abgelegenen Insel, umgeben von Bergen und Ahnengeistern. Im Frühjahr 2020 wurden seine ausgewählten Werke von Pashmin Art im Hong Art Museum und im Poetic Habitat Art-space in Chongqing, China, ausgestellt.