Helga Kreuzritter

Helga Kreuzritter, Abandoned City, Aluminum Image, 45 x 45 cm, 2008

Helga Kreuzritter, We, Aquarell, 30 x 41 cm, 1997

Helga Kreuzritter, Tristittia Urbana, Assemblage, 46 x 60 cm, 1991

Helga Kreuzritter, Peterchen's Moon Ride, Assemblage, 39,5 x 49,5 cm, 1990

Helga Kreuzritter, Island of Hope, Gouache, 30 x 43 cm, 2005

Helga Kreuzritter, Reliefbild, 50 x 40 cm

Helga Kreuzritter, In the Room, Object / Sculpture, 44 x 53 cm, 2001



Am Anfang stand die Skulptur bereits damals als ein Zeichen dafür, dass Helga Kreuzritter für sich später auch in ihrer Malerei die Notwendigkeit erkannte, mehr als die zwei dort gängigen Dimensionen zu erfassen.

Dieser Sicht blieb sie treu: viele ihrer seither entstandenen Bilder sind „Struktur“– oder „Relief“ – oder „Material“-Bilder. Doch, gleich ob sich Helga Kreuzritter in Malerei, Skulpturen oder Objekten äußert, vereint alle diese Formen des künstlerischen Ausdrucks eine ganz eigene und typische „Sprache“, unbeeinflusst von aktuellen Ismen oder merkantilen Beweggründen. Gleich welchen Themenkreis sie auswählt; sie beobachtet, beschreibt, reflektiert und kommentiert. Es gibt fast keinen Themenkreis, der ihr nicht der bildnerischen Äußerung wert scheint: menschliches und allzu menschliches Verhalten, das Unvermögen des Menschen, mit der Natur im Einklang zu leben, Natur und Landschaft, Mensch und Technik, Zeit und Vergänglichkeit, weltweite Entwicklungen und Probleme.

Bei all dem nimmt sie vielfach auch ironisch gebrochene – prononzierte Standpunkte ein. Für Helga Kreuzritter erschöpft sich Kunst nicht in diffusen Unverbindlichkeiten oder in gefälligen akademischen Ubungen. Sie scheut sich nicht, durch ihre Kunst Probleme beim Namen zu nennen. Aber selbst bei sehr ernsten Themen gelingt es ihr mit ihrem Humor und ihrem Witz, beim Betrachter ein versonnenes Lächeln oder ein herzerfrischendes Lachen zu erzeugen. Gepaart mit dieser ungewöhnlichen thematischen Breite und Tiefe ist eine ebenso ungewöhnliche Breite der künstlerischen Techniken.

Jill Smith, eine New Yorker Kunstkritikerin, kommentiert in ihrem Feature Article über Helga Kreuzritter mit dem Titel „Harmony for Humanity“: „Kreuzritters ardor for materials is evident in both her paintings and sculpture. As an experimental and dynamic artist, Kreuzritter effortlessly convinces us that she has not only perfected her craft, but that she also has an impeccable instinct or the emotionally evocative power of color, movement, texture and shape“. Und Aaron DeLand, ebenfalls New York City, konstatiert: „The choice of technique and materials depends entirely on the particular subject to be conveyed. Kreuzritter flows easily from two-dimensional to three-dimensional works, drawing, sculpting wood, painting or assembling found objects“.

Der Name der Künstlerin, „Kreuzritter“, ist nicht etwa ein Künstlername. Helga Kreuzritters Vorfahren geh?rten im frühen Mittelalter zu der Gruppe der Adeligen, welche als Kreuzritter bis ins 4. Jahrhundert hinein das damalige Baltikum missionierten und kultivierten. Vielleicht ist es das Erbe aus dieser Zeit, das Helga Kreuzritter die Fähigkeit verlieh, in ihrem langen Leben ihre ureigenste Art der künstlerischen Arbeit zu entwickeln und den Betrachtern ihrer Werke überzeugend näher zubringen.

Prof.Dr.Frank Mayer, Bad Zwischenahn