Figur und Raum



Das Thema „Figur und Raum“ zählt neben dem „Stillleben“ und der „Landschaft“ zum klassischen Genre der bildenden Kunst. Es ist ein Spannungsverhältnis der besonderen Art, das sich in vielen Konstellationen, etwa im Porträtbild oder in Figurenkompositionen wiederfindet.

Die körperliche Gestalt des Menschen spielt in diesem Zusammenspiel eine zentrale Rolle. Sie ist, buchstäblich seit Adam und Eva, eines der ältesten Sujets in der Kunst und steht bis heute im Mittelpunkt der Darstellung vieler bildenden Künstler. Über die anatomisch exakte Präsentation des menschlichen Körpers hinaus wird das Ur-Motiv vielfältig variiert, zugespitzt auf bestimmte Aussagen oder auf das Wesentliche reduziert. Viele Künstler nutzen die Figur, um dieser eine bestimmte Symbolik zuzuweisen.

Ein wichtiges Element ist der Raum, in dem die Figur steht, liegt oder sitzt. Es ist ein Raum, der im Bild existiert, gleich ob er gemalt, nur angedeutet oder sogar ganz weggelassen ist – und doch ist der Raum da.

Die Künstler dieser Ausstellung zeigen ihre individuelle Auseinandersetzung mit dem Thema „Figur und Raum“ in Zeichnung, Malerei, Fotographie und Skulptur. Das Zusammentreffen dieser unterschiedlichen Kunstrichtungen in einem Raum – in der Atmosphäre eines Raumes- ist ein wichtiges Merkmal, das bei der Betrachtung der einzelnen Objekte zum Vorschein kommt. Die Zeichnungen wirken in der Mappe des Künstlers anders als gerahmt in einer Galerie. Auch die Skulptur verändert sich und schafft einen neuen Raum und eine neue Präsenz.