Visuelle Narrative – Kunst aus dem Autismus-Spektrum

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Die Ausstellung Visual Narratives — Kunst aus dem Autismus-Spektrum vereint acht Künstlerinnen und Künstler, deren Werke aus den vielfältigen Erfahrungen des Lebens im Autismus-Spektrum hervorgehen: Tomatoast, Luzie Textura, MENIA, Sabine Tollkühn-Klein, Stefan Wepil, Zoée, Ono Ludwig und Lilja Beer. Die Ausstellung wird am 2. April 2026 — dem Welt-Autismus-Tag — in der Pashmin Art Gallery Hamburg eröffnet und präsentiert ein breites Spektrum künstlerischer Positionen, die zeigen, wie neurodivergente Wahrnehmung zu einer kraftvollen Quelle künstlerischer Imagination und Ausdrucksform werden kann.

Die Ausstellung wird von der Pashmin Art Gallery gefördert und ausgerichtet und in Kooperation mit AKKU – Autismus Kunst und Kultur- Verband zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit Autismus organisiert, die die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler vorgestellt hat.

Autismus wird häufig durch die Perspektive von Unterschiedlichkeit beschrieben. In der Kunst kann diese Differenz jedoch zu einer produktiven Kraft werden. Die in dieser Ausstellung gezeigten Werke offenbaren eine bemerkenswerte Vielfalt visueller Sprachen – von expressiver Figuration und symbolischer Bildsprache bis hin zu abstrakten Farbfeldern, komplexen Mustern, visionären Landschaften und spekulativen Welten. Obwohl jede Künstlerin und jeder Künstler eine eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelt hat, verbindet sie ein Ansatz, der von intensiver Wahrnehmung, intuitiver Struktur und einer zutiefst persönlichen Auseinandersetzung mit Form, Farbe und Raum geprägt ist.

Mehrere Künstlerinnen und Künstler transformieren Beobachtungen in imaginative Bildwelten. In den visionären Landschaften von Stefan Wepil entfalten sich ganze spekulative Universen, geprägt von kosmischen Bildmotiven, Naturreferenzen und einer von Science-Fiction inspirierten Vorstellungskraft. Tomatoast untersucht Bewegung und urbanen Raum durch poetische Spuren von Licht und Zeit in fotografischen Arbeiten. Die Gemälde von MENIA verbinden figuratives Erzählen mit botanischer Symbolik und vereinen Humor, Sinnlichkeit und mythologische Imagination.

Andere Arbeiten betonen Rhythmus, Muster und haptische Prozesse. Sabine Tollkühn-Klein schafft lebendige ornamentale Kompositionen, in denen Figuren, Symbole und organische Formen zu dynamischen Bildfeldern verwoben werden. Luzie Textura erforscht expressive Linienführung und grafische Reduktion in Zeichnung und Druckgrafik. Die Werke von Ono Ludwig untersuchen Struktur und Materialität durch geschichtete Abstraktion und kontrollierte malerische Gesten.

Im Gegensatz dazu bewegen sich die Gemälde von Zoée in Richtung einer reduzierten Abstraktion, in der Farbe, Oberfläche und Wiederholung stille Wahrnehmungsräume erzeugen, die zur Kontemplation und sensiblen Betrachtung einladen.

Lilja Beer entwickelt eine eigenständige visuelle Sprache durch komplexe Zeichnungen hybrider, chimärenhafter Wesen, die durch dichte Muster, rhythmische Wiederholung und präzise Linienführung konstruiert sind und ein in sich geschlossenes System imaginativer Formen bilden.

Gemeinsam zeigen diese künstlerischen Positionen, dass Autismus keine Einschränkung kreativen Potenzials darstellt, sondern häufig ein Ausgangspunkt für neue Formen des Sehens ist. Sensibilität für Muster, intensive Konzentration, räumliches Vorstellungsvermögen und alternative Wahrnehmungsweisen werden in den hier präsentierten Arbeiten sichtbar. Anstatt Autismus durch eine einheitliche Erzählung zu definieren, offenbart die Ausstellung eine Vielzahl individueller Perspektiven.

Visual Narratives — Kunst aus dem Autismus-Spektrum lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, diese Werke nicht als Illustrationen einer Diagnose zu betrachten, sondern als autonome künstlerische Aussagen, die unser Verständnis von Wahrnehmung erweitern. Auf diese Weise macht die Ausstellung die Vielfalt neurodivergenter Kreativität innerhalb der zeitgenössischen Kunst sichtbar.

Die Ausstellung wird von Nour Nouri, Direktor von Pashmin Art, kuratiert und am Donnerstag, den 2. April 2026, um 19:00 Uhr in der Pashmin Art Gallery Hamburg eröffnet. Zur Eröffnung wird Dr. Davood Khazaie, Internationaler Kurator, einen Vortrag über die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sowie über die Rolle neurodivergenter Perspektiven in der zeitgenössischen Kunst halten.

Die Ausstellung läuft vom 2. April bis zum 30. April 2026.